Rechner › Ratgeber › Flex-Rabatt
Flex-Rabatt: 75 % weniger für Wallbox und Wärmepumpe
Aktualisiert am 30. Oktober 2026
Wer seine Wallbox oder Wärmepumpe dem Netzbetreiber für ein paar Stunden am Tag zur Drosselung überlässt, zahlt ab 2027 deutlich weniger Leistungspreis. Für die meisten E-Auto-Fahrer ist das der größte Hebel nach der eigenen Ladeeinstellung.
Was die flexible Netznutzung ist
Die E-Control hat am 12. Oktober 2026 die neue Grundsatzverordnung für die Netzentgelte erlassen. Darin gibt es einen Rabatt für Flexibilität: Wer sich verpflichtet, dass der Netzbetreiber ein Gerät zweimal am Tag für höchstens zwei Stunden drosseln darf, bekommt 75 % Rabatt auf den Leistungspreis dieses Anteils. Gedrosselt heißt: Das Gerät läuft weiter, nur mit weniger Leistung. Die flexible Netznutzung ersetzt die bisherigen unterbrechbaren Tarife.
| Rabatt | 75 % auf den Leistungspreis des flexiblen Anteils |
| Was der Netzbetreiber darf | zweimal am Tag für höchstens zwei Stunden drosseln |
| Typische Geräte | Wallbox, Wärmepumpe, Speicher |
| Mindestgröße | Berichtet wird ein flexibler Anteil ab 4 kW, zum Beispiel eine Wallbox ab 4 kW |
| Garantie | laut Berichten zehn Jahre |
| Anmeldung | noch nicht veröffentlicht |
Mindestgröße und Garantiedauer stammen aus Medienberichten. Die Details zum technischen Ablauf sind laut Berichten noch nicht vollständig bekannt.
Rechenbeispiel
Ein Haus mit Herd und Geschirrspüler am Abend und einer 11-kW-Wallbox, die gleichzeitig lädt. Spitze 15,5 kW, mit 19 € pro kW und Jahr:
| Variante | Leistungspreis pro Jahr |
|---|---|
| Ohne Änderung | 399 € |
| Wallbox auf 4 kW begrenzt | 161 € |
| Flex-Rabatt auf den Anteil der Wallbox | rund 164 € |
Der Rabatt bringt also ungefähr so viel wie die Wallbox fix auf 4 kW zu stellen, ohne dass du auf schnelles Laden verzichten musst. Nach der Übergangsphase, mit dem von der E-Control vorgeschlagenen Preis von 33,82 € pro kW, sind alle Beträge fast doppelt so hoch.
Tipp an, was gleichzeitig läuft, oder lade deine Smart-Meter-Daten hoch.
Für wen es sich lohnt
- Lohnt sich: starke Wallbox, die gern auch abends lädt. Wärmepumpe mit Heizstab. Haushalte, die heute schon einen unterbrechbaren Tarif nutzen.
- Bringt wenig: wer die Wallbox ohnehin dauerhaft auf 3,7 kW begrenzt, oder wer nur an der Steckdose lädt.
- Vorsicht: wer täglich zu bestimmten Zeiten schnell laden muss, etwa im Schichtdienst. Zwei Stunden Drosselung können dann stören.
Wie die Anmeldung voraussichtlich läuft
Die Netzbetreiber haben das Verfahren noch nicht veröffentlicht. Wahrscheinlich ist, dass du die flexible Netznutzung bei deinem Netzbetreiber beantragst und das Gerät steuerbar sein muss, etwa über eine Steuerbox, ein Relais oder eine Schnittstelle der Wallbox. Frag deinen Elektriker, ob deine Wallbox oder Wärmepumpe eine externe Leistungsvorgabe unterstützt. Was dein Netzbetreiber bisher sagt, findest du unter Leistungstarif nach Netzbetreiber.
Quellen: ORF, 12.10.2026, weekend.at, Salzburg24. Stand 30. Oktober 2026.
Häufige Fragen
Wird meine Wallbox mit dem Flex-Rabatt abgeschaltet?
Nein. Laut den bisher bekannten Regeln darf der Netzbetreiber die Leistung drosseln, nicht abschalten. Das Auto lädt in dieser Zeit langsamer weiter.
Lohnt sich der Flex-Rabatt mit einer 11-kW-Wallbox?
Meist ja. Im Rechenbeispiel sinkt der Leistungspreis für ein Haus mit 11-kW-Wallbox von rund 400 € auf rund 160 € im Jahr. Wer seine Wallbox ohnehin auf 4 kW begrenzt, spart mit dem Rabatt zusätzlich weniger.
Ich habe heute einen unterbrechbaren Tarif. Was passiert damit?
Die flexible Netznutzung ersetzt die bisherigen unterbrechbaren Tarife, die rund 500.000 Kunden nutzen. Wie die Umstellung genau abläuft, kommuniziert dein Netzbetreiber.
Wie melde ich den Flex-Rabatt an?
Das Verfahren haben die Netzbetreiber noch nicht veröffentlicht. Voraussichtlich läuft es über deinen Netzbetreiber, eventuell mit Elektriker und einer Steuerung am Gerät. Wir ergänzen das hier, sobald es bekannt ist.